Moscheen sind besondere Orte. Sie werden oft als „Häuser Gottes“ bezeichnet. Damit ist zwar nicht gemeint, dass Gott dort „wohnt“, aber dass sie ein Ort der Ausübung religiöser Rituale sind. Dadurch unterscheiden sie sich von rein profanen, also nichtreligiösen Orten und Räumlichkeiten.

Moscheebesuch für Nichtmuslime

Funktion von Moscheen

Das arabische Wort, das für Moschee benutzt wird, ist masdschid, was einen „Ort der Niederwerfung“ bezeichnet. Damit ist die Hauptfunktion einer Moschee auch schon sehr gut umschrieben. Es ist ein Ort, an dem sich Muslime im Gebet vor Gott niederwerfen. Daneben haben Moscheen noch andere Funktionen, wie beispielsweise als Ort des Lernens oder für Gemeindeversammlungen religiöser und sozialer Art.

Natürlich sind Moscheen, wie auch Kirchen, Synagogen oder Tempel, in erster Linie zur Benutzung der jeweiligen Gemeindemitglieder gedacht. In muslimischen Mehrheitsgesellschaften besteht kaum Anlass, über den Besuch von Nichtmuslimen in Moscheen nachzudenken. In pluralen Gesellschaften jedoch entstehen immer wieder Situationen, in denen Angehörige anderer Religionen eine Moschee betreten wollen. Schon zu Zeiten des Propheten Muhammad, als Muslime noch eine gesellschaftliche Minderheit darstellten, war diese Frage relevant.

Historische Vorgaben

Es besteht ein koranisches Verbot für das Betreten der heiligen Moschee in Mekka für Ungläubige: „O ihr, die ihr glaubt! Wahrlich, die Götzendiener sind unrein. Darum dürfen sie sich nach diesem ihrem Jahr der heiligen Moschee nicht nähern […]“ (Sure 9: 28). Dieses Verbot wird bisweilen auf alle Moscheen ausgeweitet, woher die Einstellung rührt, dass Nichtmuslime keine Moschee betreten dürfen. Oft wird jedoch der Personenkreis derer, die eine Moschee besuchen dürfen, ausgeweitet auf Angehörige anderer monotheistischer Religionen wie des Christentums und des Judentums. Dies beruht auf einem weiteren Vers im Koran, der besagt, dass es „den Götzendienern […] nicht zu[steht], die Moscheen Gottes zu erhalten, solange sie gegen sich selbst den Unglauben bezeugen [...]“ (Sure 9:17). Ausgeschlossen werden hier diejenigen, die nicht an Gott glauben, bzw. Polytheisten sind.

Somit ist der Glaube an einen einzigen Gott die wichtigste Voraussetzung dafür, eine Moschee betreten zu dürfen. Natürlich ist ein muslimisches Gebetshaus in erster Linie für Muslime gedacht, die darin ihre Gebete verrichten (sollen). Dies wird in der Fortsetzung des oben erwähnten Verses im Koran deutlich: „Wahrlich, der allein vermag die Erhaltung der Moscheen Gottes vorzunehmen, der an Gott und an den Jüngsten Tag glaubt und das Gebet verrichtet und die Zakah entrichtet und keinen außer Gott fürchtet [...]“ (Sure 9:18).

Davon einmal abgesehen, sind Moscheen auch historisch häufig von einem diversen Publikum besucht worden, was u.a. damit zusammenhängt, dass sie neben einer Gebetsstätte immer auch andere Funktionen erfüllten. Als Ort des Lehrens und des Lernens wurden sie von Menschen unterschiedlichen Glaubens und Kultur frequentiert. Da sie oft die einzigen Bildungsorte waren, waren Lehre und Lernen auch nicht auf religiöse Themen beschränkt, sondern umfassten andere Bereiche wie Mathematik, Astronomie, Medizin oder Philosophie.

Moschee Etikette 

Da es sich bei Moscheen nicht um profane, alltägliche Orte handelt, gelten beim Betreten einer Moschee einige Regeln, die ihrem religiösen, rituellen Charakter Rechnung tragen. Reinheit ist das erste Gebot für diesen Ort, weshalb vor dem Betreten die Schuhe ausgezogen werden sollten. Auch die Kleidung sollte sauber sein und den Körper ausreichend bedecken. Arme und Beine sollten bedeckt sein, bei Frauen auch das Haar. Oft liegen dafür für Nichtmuslime geeignete Kleidungsstücke bereit.

Da sich nicht nur zu den bekannten Gebetszeiten Betende in der Moschee befinden können, sollte man sie in ihrer Kommunikation mit Gott respektieren. Dies bedeutet beispielsweise, dass, wie in anderen Gotteshäusern auch, auf Ruhe geachtet werden sollte. Zudem sollte man sich hinter den Betenden aufhalten, um sie nicht abzulenken. Auf diese Art und Weise wird ein respektvoller Umgang miteinander gewährleistet.

Weiterführende Literatur:

Beinhauer-Köhler, Bärbel und Claus Leggewie. 2009. Moscheen in Deutschland. Religiöse Heimat und gesellschaftliche Herausforderung. München: C.H.Beck.

Korn, Lorenz. 2012. DieMoschee. Architektur und religiöses Leben. München: C.H.Beck.

Brüll, Christina und Norbert Ittmann. 2005. Synagoge – Kirche – Moschee. Kulträume erfahren und Religionen entdecken. München: Kösel Verlag.

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