Wie im Christentum oder Judentum, gibt es auch im Islam religiöse Feiertage. Muslime feiern zwei wichtige Hauptfeste. Zum einen das Ramadanfest (Eid ul-fitr) und zum anderen das Opferfest (Eid ul-adha). Diese beiden Feste finden im gregorianischen Kalender jedes Jahr nicht zur selben Zeit statt, da der islamische Kalender sich an dem Mond orientiert. Der Mondkalender hat 10 bzw. 11 Tage weniger als das Sonnenjahr. Somit durchlaufen die Feste den gesamten gregorianischen Kalender.

Feste

Das Ramadanfest

Das Ramadanfest schließt an den Fastenmonat Ramadan an. Muslime fasten 29 bzw. 30 Tage (vergleiche Sure 2, Vers 183-185). Jeweils ab Sonnaufgang bis Sonnenuntergang dürfen keine Speisen oder Getränke zu sich genommen werden. Der Monat Ramadan nimmt einen elementaren Platz ein, da der Koran das erste Mal in diesem Monat offenbart wurde. Aus diesem Grund streben viele Muslime danach, insbesondere in dem Fastenmonat, den Koran häufig zu rezitieren. Nach der Fastenzeit wird drei Tage lang gefeiert. Am ersten Tag findet morgens das Festgebet statt. Üblich ist es an den Festtagen, Verwandte und Bekannte zu besuchen und Süßspeisen vorzubereiten und gemeinsam zu essen.

Das Opferfest

Das Opferfest findet etwa 70 Tage nach dem Ramadanfest statt. Das Opferfest stellt das wichtigste Fest für die Muslime dar. Dieses Fest wird in Erinnerung an Abraham vier Tage lang gefeiert. Abraham wurde einst von Gott geprüft, ob er bereit wäre, seinen Sohn Ismail zu opfern (vergleiche Sure 37, Vers 101-111). Aus Liebe und Vertrauen zu Gott waren sie beide bereit, den Befehl Gottes auszuführen. Doch Gott erlöste sie und verhinderte die Tat, in dem Abraham offenbart wurde, ein Tier zu schlachten. Um an das Verhalten Abrahams und Ismails zu gedenken, wird entweder ein Schaf oder ein Rind geschlachtet. Es ist Brauch, das Fleisch mit den Verwandten, Bekannten und Armen in gleichen Verhältnissen zu teilen. Auch an diesem Fest findet am ersten Tag morgens das Festgebet statt. Viele Muslime in Deutschland lassen in ärmeren Ländern ein Tier schlachten. Um diese Zeit herum findet auch die Pilgerfahrt nach Mekka statt. Die Pilgerfahrt schließt mit dem Schlachten eines Tieres ab.

Weitere Feiertage

Abgesehen von den zwei Hauptfeiertagen gibt es noch weitere Feiertage, die innerhalb der islamischen Denkrichtungen unterschiedlich betrachtet werden. Beispielsweise nimmt der Aschura Tag im Monat Muharram des islamischen Kalenders bei den Sunniten, Aleviten und Schiiten unterschiedliche Bedeutungen ein. Die Schiiten gedenken an diesem Tag der Auseinandersetzung in Kerbela im Jahre 680. Die Aleviten weisen hier Parallelen zu den Schiiten auf und fasten in diesem Zeitraum 12 Tage lang. Die Sunniten fasten nur an diesem Tag. Jedoch stellt dieses Fasten eine freiwillige Tat dar. Die Sunniten gedenken an Aschura an die Befreiung von Moses von den Ägyptern. Auch werden verschiedene Stationen im Leben des Propheten Muhammad als Feiertage betont, in dem gemeinsam gebetet und gedenkt wird, wie die Himmelfahrt (Mi’radsch), die Auswanderung nach Medina, was das islamische Neujahr darstellt oder das Feiern des Geburtstages des Propheten. Jedoch gibt es Meinungsunterschiede innerhalb der Sunniten, die diese Feiertage als eine Erneuerung im Glauben (Bid’ah) betrachten und das Gedenken bzw. feiern ablehnen, da diese Ereignisse weder in der Generation des Propheten noch in den zwei darauffolgenden Generationen einen gesonderten Status erhalten haben. Dagegen argumentieren die Befürworter, dass es eine gute Erneuerung darstellt, da an diesen Feiertagen gebetet wird und die Geschichten als Erinnerung verlesen werden.

Weiterführende Literatur

Schimmel, Annemarie. 2014. Das islamische Jahr. Zeiten und Feste. München: C.H.Beck.

Wagemann, Gertrud. 2014. Feste der Religionen. Begegnung der Kulturen. München: Kösel Verlag.

Nabhan, Laila. 1991. Das Fest des Fastenbrechens (id al-fitr) in Ägypten. Untersuchungen zu theologischen Grundlagen und praktischer Gestaltung. Berlin: Klaus Schwarz Verlag.

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